Quinoa-Porridge hat, obwohl er heute weltweit beliebt ist, tief verwurzelte historische und kulturelle Wurzeln in den Hochländern der Anden, vor allem in Peru und Bolivien. Die Quinoa-Pflanze wurde vor etwa 5.000 Jahren von den indigenen Andenvölkern kultiviert und spielte in der Kultur und Religion der Inka eine zentrale Rolle. Sie nannten sie „Chisaya Mama“ – „die Mutter des Getreides“ – und betrachteten es als heilige Pflanze. Die Inka-Kaiser sollen die Aussaat der ersten Samen der Saison traditionell mit einer goldenen Hacke vollzogen haben, um eine gute Ernte zu sichern.
Quinoa als Lebensgrundlage und zeremonielles Symbol
Quinoa war nicht nur ein Grundnahrungsmittel, sondern auch symbolisch und spirituell von Bedeutung. Die nährstoffreichen Samen halfen den Inka-Kriegern, auf langen und herausfordernden Märschen im Hochgebirge von Energie zu bleiben. Seine hohe Widerstandskraft gegenüber den extremen klimatischen Bedingungen der Anden und sein hoher Nährstoffgehalt machten Quinoa zum „Kraftfutter“ dieser Region.
Die moderne Wiederentdeckung von Quinoa
Obwohl Quinoa nach der Eroberung durch die Spanier an Bedeutung verlor und oft durch Weizen ersetzt wurde, erlebte es im 20. Jahrhundert eine Renaissance, nicht nur in Südamerika, sondern weltweit. Vor allem, weil es glutenfrei ist und alle neun essenziellen Aminosäuren enthält – eine Seltenheit bei pflanzlichen Lebensmitteln – wird es heute als „Superfood“ geschätzt.
Brainfood-Komponenten:
Quinoa: Enthält alle neun essenziellen Aminosäuren, reich an Eisen und Magnesium, was Energie liefert und die Konzentration unterstützt.
Beeren: Blaubeeren und Himbeeren liefern Antioxidantien und Vitamin C, die das Immunsystem stärken und Gedächtnisleistungen fördern.
Mandeln: Sind reich an Vitamin E und gesunden Fetten, welche für die Gehirngesundheit wichtig sind und Entzündungen reduzieren.
Zimt: Unterstützt die Blutzuckerregulierung und wirkt antioxidativ, was die allgemeine Hirnfunktion positiv beeinflussen kann.
Zutaten (für 2 Portionen)
100 g Quinoa
200 ml Mandelmilch (oder eine andere Pflanzenmilch)
200 ml Wasser
1 Prise Salz
1 TL Zimt
1 EL Ahornsirup oder Honig (optional)
1 Handvoll frische Beeren (z. B. Blaubeeren, Himbeeren)
1 EL Mandeln, gehackt
1 EL Chia-Samen oder Leinsamen (optional für zusätzliche Ballaststoffe)
Zubereitung
Waschen: Spülen Sie die Quinoa unter fließendem Wasser ab, um Bitterstoffe zu entfernen.
Porridge kochen: Geben Sie die Quinoa zusammen mit Wasser, Mandelmilch und einer Prise Salz in einen kleinen Topf und bringen Sie alles zum Kochen. Reduzieren Sie dann die Hitze und lassen Sie die Quinoa bei schwacher Hitze etwa 15 Minuten köcheln, bis die Körner weich sind und die Flüssigkeit fast vollständig aufgesogen ist.
Würzen und süßen: Rühren Sie Zimt und nach Belieben Ahornsirup oder Honig unter.
Toppings hinzufügen: Verteilen Sie den warmen Porridge auf zwei Schalen und geben Sie die Beeren, gehackten Mandeln und Chia-Samen darüber.
Servieren und genießen: Der Porridge kann nach Wunsch mit zusätzlicher Mandelmilch oder mehr Toppings verfeinert werden.
Nährwert-Highlights:
Dieser Porridge bietet langanhaltende Energie durch komplexe Kohlenhydrate, Antioxidantien, gesunde Fette und pflanzliches Eiweiß – eine perfekte Kombination für ein gehirngesundes Frühstück, das nicht nur lecker ist, sondern auch für einen produktiven Tag sorgt. Quinoa ist übrigens eine robuste Pflanze, die auch mit rauem Klima klarkommt. Ein Anbauversuch im Hausgarten wäre durchaus einen Versuch wert.
Goldene Milch stammt aus der ayurvedischen Medizin, einem der ältesten Heilungssysteme der Welt, das vor über 5000 Jahren in Indien entstand. Im Ayurveda wird Kurkuma wegen seiner reinigenden und heilenden Eigenschaften geschätzt. Kurkuma wird nicht nur in der Küche verwendet, sondern auch in Ritualen und als Heilmittel gegen eine Vielzahl von Beschwerden, einschließlich Entzündungen, Verdauungsproblemen und Hautkrankheiten. Besonders in den kühleren Monaten wurde sie als Immunbooster und Stärkungsmittel verwendet.
Rezept für Goldene Milch (Kurkuma Latte)
Traditionell wird aus Kurkumapulver und Wasser eine Paste gekocht, die dann einige Tage im Kühlschrank haltbar ist. Für die Zubereitung wird dann 1 TL der Paste mit 200 ml (Pflanzen-)Milch aufgekocht und nach Belieben gesüßt. Hier eine schnelle Variante für alle, die nur ab und zu eine Tasse der goldenen Milch genießen möchten:
Zutaten:
1 Tasse Milch (traditionell Kuhmilch, aber ebenso gut Mandel- oder Hafermilch)
1 Prise schwarzer Pfeffer (wichtig für die Bioverfügbarkeit von Kurkumin)
1 TL Kokosöl (optional, fördert ebenfalls die Kurkumin-Aufnahme)
1 TL Honig oder Ahornsirup (nach Geschmack)
1 Prise Muskat (optional)
Zubereitung:
Erhitzen Sie die Pflanzenmilch in einem kleinen Topf, ohne sie zum Kochen zu bringen.
Fügen Sie das Kurkumapulver, Zimt, Ingwer, schwarzen Pfeffer und Kokosöl hinzu.
Gut verrühren, bis alles gleichmäßig vermischt ist und eine goldene Farbe annimmt.
Die Mischung bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten ziehen lassen, dabei gelegentlich umrühren.
Den Topf vom Herd nehmen und je nach Geschmack mit Honig oder Ahornsirup süßen.
In eine Tasse gießen, eventuell mit einer Prise Muskat bestreuen und warm genießen!
Wirkstoffe fürs Gehirn:
Kurkuma (Kurkuminoide): Das in Kurkuma enthaltene Curcumin ist ein starkes Antioxidans mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Studien zeigen, dass es den oxidativen Stress reduziert und neuroprotektiv wirkt. Curcumin könnte die Bildung neuer Nervenzellen fördern (Neurogenese) und gilt als potenziell hilfreich bei der Vorbeugung von Alzheimer und anderen neurodegenerativen Erkrankungen.
Schwarzer Pfeffer (Piperin): Piperin erhöht die Bioverfügbarkeit von Curcumin erheblich, was bedeutet, dass der Körper es besser aufnehmen kann. Es verbessert auch die allgemeine Nährstoffaufnahme und wirkt als leichtes Stimulans für das Gehirn.
Zimt: Zimt ist reich an Antioxidantien und besitzt entzündungshemmende Eigenschaften. Einige Studien deuten darauf hin, dass Zimt neuroprotektiv wirken könnte und helfen kann, die Gehirnfunktion zu verbessern, insbesondere bei der Vorbeugung von Gedächtnisverlust und kognitivem Verfall.
Ingwer: Ingwer enthält bioaktive Verbindungen, die entzündungshemmend und antioxidativ wirken. Er kann dabei helfen, den oxidativen Stress im Gehirn zu reduzieren und die kognitive Funktion zu unterstützen.
Kokosöl: Kokosöl liefert mittelkettige Triglyceride (MCTs), die der Körper leicht in Ketone umwandelt. Ketone sind eine alternative Energiequelle für das Gehirn und können bei der Verbesserung der kognitiven Funktion, speziell bei älteren Menschen, hilfreich sein.
Muskat (optional): Muskat enthält Myristicin, eine Verbindung, die möglicherweise das Gedächtnis verbessert und das Gehirn vor neurodegenerativen Erkrankungen schützt.
Zusätzliche gesundheitliche Vorteile von Kurkuma:
Goldene Milch, insbesondere durch die enthaltenen Inhaltsstoffe wie Kurkuma, bietet weit mehr als nur Brainfood Effekte. Sie unterstützt auf vielfältige Weise die allgemeine Gesundheit und kann bei der Vorbeugung und Behandlung verschiedener Beschwerden helfen:
Regulierung des Blutzuckerspiegels bei Diabetes: Kurkuma kann dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren, was besonders für Menschen mit Diabetes vorteilhaft ist. Langfristig könnte dies auch das Risiko für typische Folgeerkrankungen wie Nervenschäden und Herzprobleme verringern.
Verbesserte Fließeigenschaften des Blutes: Die Inhaltsstoffe in Goldener Milch wirken blutgerinnungshemmend, was die Durchblutung verbessert und das Risiko von Thrombosen senken kann. Eine regelmäßige Einnahme kann also dazu beitragen, Blutgerinnseln vorzubeugen.
Entzündungshemmung und Reduktion von Entzündungsmarkern: Goldene Milch enthält starke entzündungshemmende Verbindungen. Studien haben gezeigt, dass sie den CRP-Wert (ein Marker für chronische Entzündungen) sowie entzündungsfördernde Zytokine senken kann. Gleichzeitig fördert sie die Produktion von Antioxidantien wie Glutathion und Superoxiddismutase (SOD), die den Körper vor oxidativem Stress schützen.
Senkung der Blutfett- und Cholesterinwerte: Die regelmäßige Einnahme von Kurkuma kann helfen, die Cholesterin- und Blutfettwerte zu senken, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich reduziert.
Herz-Kreislauf-Schutz: Durch die blutverdünnende, entzündungshemmende und cholesterinsenkende Wirkung trägt Goldene Milch dazu bei, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Diese Effekte verstärken sich durch die verbesserte Durchblutung und den Schutz vor Entzündungen.
Begleitung von Antidepressiva: Es gibt Hinweise darauf, dass Kurkuma die Wirkung von Antidepressiva unterstützen kann, was bei der Behandlung von Depressionen hilfreich sein könnte.
Linderung bei Arthrose: Bei Gelenkerkrankungen wie Arthrose kann Goldene Milch die Beweglichkeit verbessern und Schmerzen lindern, wodurch der Bedarf an Schmerzmitteln reduziert werden kann.
Schutz des Gehirns vor degenerativen Prozessen: Ein weiterer bemerkenswerter Effekt von Kurkumin ist seine Fähigkeit, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren und das Gehirn vor neurodegenerativen Erkrankungen zu schützen. Dies macht es besonders vielversprechend im Hinblick auf Krankheiten wie Alzheimer.
Krebshemmende Eigenschaften: Kurkuma wird in der Forschung auch wegen seiner potenziell krebshemmenden Wirkung untersucht. Es kann das Risiko von Metastasen verringern und bietet gesunde Zellschutzmechanismen, z. B. bei Bestrahlung, ohne dabei die Krebszellen zu schützen.
Förderung der Mundgesundheit: Kurkuma besitzt antibakterielle Eigenschaften, die sich positiv auf die Mundflora auswirken und die Zahngesundheit unterstützen können.
Entgiftung des Körpers: Goldene Milch fördert die Entgiftung des Körpers, indem sie beispielsweise die Ausleitung von Schwermetallen wie Quecksilber unterstützt.
Verbesserte Verdauung: Durch die Anregung der Verdauungssäfte und den verbesserten Gallenfluss unterstützt Kurkuma auch eine gesunde Verdauung, was zu einer besseren Nährstoffaufnahme und einem allgemein wohligen Bauchgefühl führt.
Diese vielseitigen gesundheitlichen Vorteile machen Goldene Milch zu einem wahren Allrounder für Körper und Geist – und sie schmeckt dabei auch noch wunderbar!
Eine alte indische Legende erzählt, dass die Göttin Lakshmi, die für Wohlstand, Gesundheit und Glück steht, dem Menschen Kurkuma als Geschenk brachte. Sie glaubte, dass dieses goldene Gewürz die Menschen erleuchten und ihnen den Weg zu einem gesünderen, glücklicheren Leben zeigen würde. Deshalb wird Kurkuma auch oft mit spirituellem Wachstum und der Verbindung zu höheren Energien in Verbindung gebracht.
In den letzten Jahren hat die Goldene Milch international an Popularität gewonnen, besonders im Westen, wo sie als Trendgetränk in Cafés aufgetaucht ist und für ihre heilenden und wohltuenden Wirkungen geschätzt wird.
Mit jedem Schluck dieses warmen, goldenen Getränks trinkt man also ein Stück uralter Weisheit, das den Geist beruhigt und gleichzeitig den Körper nährt!
आपको कामयाबी मिले! (Wohl bekomms!)
Literatur
Aggarwal, B. B. (2011). Healing Spices: How to Use 50 Everyday and Exotic Spices to Boost Health and Beat Disease. Sterling Publishing.
McBarron, J. (2013). Curcumin: The 21st Century Cure. Basic Health Publications.
Benzie, I. F. F., & Wachtel-Galor, S. (Hrsg.). (2011). Herbal Medicine: Biomolecular and Clinical Aspects (2nd ed.). CRC Press.
de Jager, P. (2009). Turmeric: The Ayurvedic Spice of Life. Lotus Press.
Goswami, S. K. (Hrsg.). (2020). Turmeric and Curcumin for Neurodegenerative Diseases. Springer.
Bright, R. A. (2015). The Anti-Inflammatory Effects of Curcumin. Academic Press.
Fermentieren (milchsauer vergären) ist neben Trocknen und Salzen eine uralte Konservierungsmethode. Von Kaiser Tiberius ist bekannt, dass er auf seinen langen Reisen zum Schutz vor Darminfektionen immer einige Fässer Sauerkraut mitnahm.
Unsere Vorfahren waren gute Beobachter und nutzten die Vorteile der spontanen Milchsäuregärung instinktiv. Milchsäurebakterien sind an der Oberfläche vieler Lebensmittel zu finden. Bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad wandeln die Mikroorganismen unter Luftabschluss Kohlenhydrate in Milchsäure um – eine Spontangärung kommt in Gang. Dies kennen wir nicht nur von unbehandelter Milch, sondern auch von Sauerkraut, milchsauren Gurken oder auch Sauerteig. Fermentierte Gemüse sind durch diese Edelgärung hervorragend Low Carb geeignet: Die etwa vier bis sechs Gramm Kohlenhydrate, die im frischen Weißkraut vorhanden sind, werden nahezu komplett umgebaut, sodass Sauerkraut fast kohlenhydratfrei ist.
Fermentierte Gemüse werden nicht erhitzt, Vitamine und Vitalstoffe werden so weitgehend erhalten. Gleichzeitig bilden sich durch die Arbeit der Milchsäurebakterien aber neue Substanzen wie Acetylcholin, verschiedene Enzyme, Vitamin C und B12 sowie Milchsäure. Die Fermentation dient demnach nicht nur der Konservierung, sondern ist ein Reifungs- und Veredelungsprozess.
Pathogene Keime im Darm werden gehemmt, die gesunde Darmflora wird gefördert. Die Verfügbarkeit von Eisen wird erhöht. Ob Milchsäurebakterien Krebs verhindern können, ist umstritten. Der Schweizer Naturarzt Dr. Vogel berichtet jedenfalls über gute Erfahrungen mit natürlicher Milchsäure (z.B. Molke) bei den verschiedensten Krebsarten. Die „Kuhl Schutzkost“ ist eine besonders für Krebskranke entwickelte Milchsäurediät, bei der das Zellatmungssystem durch den Verzehr von rohem Sauerkraut, Joghurt und milchsauren Säften gestärkt werden soll.
Aber nicht nur Weißkraut kann in Form von Sauerkraut fermentiert werden. Nahezu alle heimischen Gemüse eignen sich hervorragend: besonders die Kohlsorten Blumenkohl, Brokkoli, Wirsing, Rotkraut, Kohlrabi sind bestens geeignet, aber auch Karotten, Gurken, rote Rüben, Zwiebeln, Sellerie, Bohnen, Rettich, Tomaten.
Vor allem in Bioläden werden vermehrt fermentierte Gemüse angeboten. Auch der gute alte Gärtopf erlebt eine Renaissance.
Wer diesen nicht zur Hand hat, kann seine ersten Versuche auch gut mit Schraubgläsern mit Twist-Off-Deckel machen.
Zutaten für Fermentierte Gemüse in Gläsern:
Für ein 1-Liter-Gefäß:
ca. 800g gewaschenes, geputztes Gemüse und 10g (2 TL) Meersalz, ev. Gewürze
Für einen 10-Liter-Gärtopf:
ca. 8 kg Gemüse und 50-60g Meersalz
Beispiel für Gemüsekombinationen:
Gurken mit Zwiebeln, Knoblauch, Meerrettich, Dill, Senfkörnern, Estragon, Nelken, Koriander
Gurken, Paprika, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch mit Rosmarin, Salbei und Lorbeerblatt
Kohlrabi mit Estragon, Pfeffer und Dill
Weißkraut mit Knoblauch, Wacholder, Kümmel
Zubereitung:
Gemüse fein schneiden, hobeln oder raspeln. In einer Schüssel mit Salz bestreuen und gut vermischen. Kraut mit der Hand drücken oder kneten bis es weicher wird und etwas Saft austritt. Nun wird das Gemüse abwechselnd mit Gewürzen ins Gärgefäß gegeben und festgedrückt. Lassen Sie oben etwa ein Fünftel frei.
Die Oberfläche kann auf Wunsch mit Blättern (Kohl, Wein, Johannisbeeren) abgedeckt werden und mit Kieselsteinen (oder im Gärtopf mit einem Brettchen) beschwert werden. Giessen Sie abgekochtes, auf Handwärme abgekühltes Wasser zu, bis das Gemüse vollständig mit Flüssigkeit bedeckt ist. Wenn Sie ein wenig Sauerkrautsaft zugeben, können Sie sicher sein, dass die richtigen Bakterien rasch an die Arbeit gehen.
Die Gläser fest mit sauberen Schraubdeckeln verschließen und abgedunkelt bei 20 bis 25 Grad stürmisch gären lassen. Das dauert etwa fünf bis zehn Tage. Die aufsteigenden Gärgase entweichen trotz Deckel und verdrängen dabei den Luftsauerstoff, der das Gemüse verderben ließe. Danach lässt man noch etwa 14 Tage bei etwas kühleren Temperaturen sanft weiter gären, um dann für vier bis sechs Wochen kühl zu stellen (Lagerkeller oder Kühlschrank ca. 0 – 10 Grad).
Das fermentierte Gemüse ist jetzt reif und bereit für die erste Kostprobe.
Als „Milchsaures“ wird meist fermentiertes Gemüse bezeichnet, es gibt aber noch eine Reihe anderer Lebensmittel, die milchsauer vergoren werden. Etwa der Brottrunk, bei dem Sauerteigvollkornbrot vergoren wird oder der dem ähnliche osteuropäische Kwass. Während man früher die Gärflüssigkeit des Sauerkrautes getrunken hat, sind milchsauer vergorene Gemüsesäfte inzwischen ein eigener Geschäftszweig: Milchsauer vergorener Karotten- und Rote Rüben Saft ist mittlerweile nicht nur in Bioläden zu finden.
In Asien ist Fermentieren als „feuerloses Kochen“ bekannt. Neben Gemüsepickles (Kimchi) werden vor allem Sojabohnen zu Sojasauce, Miso oder Tempeh verarbeitet.
Biologisch gebrautes alkoholfreies Bier wird mittels Milchsäuregärung hergestellt, sodass erst gar kein Alkohol entsteht. Der konventionelle Brauer muss den Alkohol nachträglich entziehen. Einzelne Biersorten werden zusätzlich zur alkoholischen Gärung noch mit milchsaurer Gärung veredelt, zum Beispiel das Berliner Weißbier.
Aber fermentiertes Gemüse ist nicht nur ein unschätzbar gesundes Probiotikum, das ökologisch den Vorratsschrank aufpeppt, sondern hat inzwischen auch den Einzug in die berühmtesten Gourmetküchen der Welt gefunden.
1. „Fermentieren – gesund und haltbar durch natürliche Konservierung“ von Dunja Gulin
Dieses Buch bietet eine umfassende Einführung in das Fermentieren von Gemüse, Milchprodukten und Getreide. Es enthält viele einfache Rezepte für Anfänger, aber auch fortgeschrittene Techniken. Der gesundheitliche Aspekt der Fermentation wird gut erklärt, ebenso wie die historischen Hintergründe.
2. „Fermentieren leicht gemacht“ von Sandor Ellix Katz
Sandor Katz ist ein Pionier in der modernen Fermentationsbewegung. Sein Buch bietet detaillierte Informationen über die Fermentation von Gemüse, Milchprodukten, Getränken und vielem mehr. Neben wissenschaftlichen Erklärungen gibt es auch viele praktische Rezepte und Tipps, um zu Hause eigene Fermente herzustellen. Das Buch gilt als eine Art „Fermentations-Bibel“.
3. „Fermentieren: Superfood für ein gesundes Leben“ von Jenny Neikell
Dieses Buch ist speziell für den Einstieg ins Fermentieren gedacht. Die Autorin stellt Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Verfügung, wie man verschiedene Gemüse und Getränke fermentieren kann. Es enthält eine gute Mischung aus Klassikern (wie Sauerkraut) und innovativen Rezepten für experimentierfreudige Fermentierer.
4. „Das große Fermentierbuch“ von Kirsten K. Shockey und Christopher Shockey
Ein sehr umfassendes Werk mit über 120 Rezepten, das nicht nur klassische Fermente wie Sauerkraut und Kimchi, sondern auch exotischere Projekte wie fermentierte Chutneys, Salsa und Aufstriche behandelt. Die Anleitungen sind sehr detailliert und gut verständlich. Auch das Fermentieren von Getränken, wie Kefir oder Kombucha, wird behandelt.
5. „Fermentieren – Milchsauer haltbar machen“ von Olaf Schnelle
Olaf Schnelle ist ein Experte im Bereich des Fermentierens und teilt in diesem Buch seine besten Rezepte für milchsauer fermentiertes Gemüse. Besonders spannend ist sein Ansatz, saisonale Gemüse aus dem eigenen Garten zu verwenden. Das Buch bietet eine gelungene Balance zwischen traditionellem Wissen und modernen Ideen.
6. „Wild Fermentation“ von Sandor Ellix Katz
Dieses Buch richtet sich an experimentierfreudige Leser. Sandor Katz geht tief auf die kulturelle Bedeutung des Fermentierens ein und zeigt, wie man eine Vielzahl von Lebensmitteln zu Hause fermentieren kann. Neben Gemüse gibt es auch Kapitel über die Herstellung von Sauerteig, Essig und sogar fermentiertem Fleisch.
7. „Art of Fermentation“ von Sandor Ellix Katz
Ein umfangreicher Leitfaden zum Thema Fermentieren, der nicht nur praktische Anweisungen gibt, sondern auch die wissenschaftlichen und kulturellen Hintergründe beleuchtet. Das Buch ist ein Standardwerk für jeden, der tiefer in die Welt der Fermentation eintauchen möchte.
8. „Kimchi: Essen mit Charakter – Rezepte und Geschichten aus Korea“ von Byung-Hi und Byung-Soon Lim
Kimchi ist eines der bekanntesten fermentierten Lebensmittel. Dieses Buch bietet eine Vielzahl von Kimchi-Rezepten sowie Hintergrundinformationen zur Geschichte und Kultur dieses koreanischen Klassikers. Perfekt, um fermentierte asiatische Spezialitäten auszuprobieren.
Folgt man der Mythologie, haben wir das Weißkraut den Göttern des Olymps zu verdanken. Der böse Thrakerkönig Lykurgos ließ alle Weinreben in seinem Land vernichten. Dionysos, der Gott des Weines, fand das gar nicht lustig und fesselte ihn an die Weinstöcke. Vor seinem Tod vergoss der König Tränen, aus denen die ersten Krautpflanzen sprossen.
In anderen Geschichten galt Weißkraut als heilige Pflanze des Jupiter, die aus Schweißperlen des Gottes entstand. Der römische Kaiser Diokletian soll nach seiner Abdankung in seinen letzten Jahren als Kohlbauer gelebt haben und die Kultivierung des Krauts über alles geliebt haben.
Diesen Urvater aller Kraut- und Kohlpflanzen findet man heute noch an der Mittelmeer- und Atlantikküste. Seine Nachkommen sind sehr vielfältig und umfassen Varietäten wie Weiß- und Rotkraut, Spitzkohl, Rosenkohl, Grünkohl, Blumenkohl und Wirsing.
Fermentiertes Sauerkraut war im letzten Jahrhundert für lange Zeit Grundnahrungsmittel, aber auch bewährtes Heilmittel der niedrigen sozialen Schichten, die sich keine medizinische Behandlung leisten konnten. Vom Weißkraut – als Arzt der Armen – sind legendäre Heilerfolge bekannt.
Schon die Römer nutzten Weißkraut als Medizin. Damals galt er als Allheilmittel für vielerlei Beschwerden. Kraut und Rüben waren auch fixer Bestandteil der Klostermedizin. Zur Konservierung wurden ganze Kohlköpfe eingesalzen und in Tontöpfen aufbewahrt. Der Seefahrer James Cook bekam im 18. Jahrhundert mit Sauerkraut den Skorbut in den Griff.
Im Winter 1952/53 herrschte im Raum Stuttgart eine Typhusepidemie. Da man als Ansteckungsquelle das Grundnahrungsmittel Sauerkraut in Erwägung zog, prüfte der Hygieniker Knapp das Vorkommen und die Lebensfähigkeit von Typhuserregern in Sauerkraut. Wie sich herausstellte, war das Sauerkraut nicht die Quelle der Erreger: Im Gegenteil, sie gingen darin binnen weniger Stunden zugrunde.
Weißkraut hat den höchsten Vitamin C Gehalt aller Kohlsorten. Es handelt sich dabei um Ascorbigen, eine Vorstufe von Vitamin C, die erst beim Kochen umgewandelt wird – ganz im Gegenteil zu den meisten anderen Gemüsesorten, bei denen das Vitamin C beim Kochen weitgehend verloren geht.
Sauerkrautsaft schmeckt zwar sauer, wirkt aber im Körper basisch. Das Trinken von einem viertel Liter Weißkrautsaft täglich über mehrere Wochen hinweg, leistet hervorragende Dienste bei der Linderung von Magen- und Zwölffingerdarmbeschwerden.
Die entgiftende Wirkung war bereits Dioskurides bekannt. Die Faserstoffe der Kohlblätter binden im Darm Fett und Cholesterin und unterstützen die Leber beim Abbau von Giftstoffen. Seine harntreibende Wirkung ist auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arthritis hilfreich.
Äußerlich sind Kohlblätter bei Venenentzündungen, geschwollenen Gelenken und schlecht heilenden Wunden angezeigt. Eine typische volksmedizinische Anwendung besteht im Quetschen der Blätter mit einem Nudelholz (oder Klopfen mit dem Fleischhammer) bis etwas Saft austritt. Ein Wickel mit Kohlblättern soll auch bei Verbrennungen, Gürtelrose, Insektenstichen und Neuralgien helfen. Der legendäre Naturarzt Maurice Messegue bevorzugte übrigens das Bügeln der Kohlblätter.
Schon seit Generationen werden Kohlblätter als Umschlag auf Tumorerkrankungen aufgelegt. Neuere Forschungen deuten darauf hin, dass der regelmäßige Verzehr von Kohlgemüsen hilfreich zur Prävention von Blasen- und Brustkrebs, Prostata- und Lungenkrebs sowie Magenkrebs ist. Die Wirkung soll dabei auf den vielfältigen sekundären Pflanzenwirkstoffen beruhen. Diese sind übrigens hitzeempfindlich und wasserlöslich, weshalb ein Verzehr als Rohkost besonders zu empfehlen ist.
Pfarrer Kneipp bemerkte einst: „Sauerkraut ist ein richtiger Besen für Magen und Darm, nimmt die schlechten Säfte und Gase fort, stärkt die Nerven und fördert die Blutbildung.“
Hildegard von Bingen empfahl Kohl zur Reinigung des Blutes und zur Förderung der Verdauung. Sie sah Kohl als wärmendes Gemüse, das im Winter Kraft und Gesundheit stärkt. Die harntreibenden Eigenschaften des Kohls werden bis heute bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Rheuma geschätzt.
Einst Arme Leute Essen, hat Weißkraut längst einen geschätzten Platz in der gutbürgerlichen Hausmannskost und auch in der modernen leichten Küche. Krautwickel sind nicht nur wohltuend für die Gelenke, sondern auch schmackhaft mit allerlei Füllungen geschmort und gebraten. Meine Lieblingsrohkostvariante ist der American Coleslaw mit geraspelten Karotten und Zwiebeln und einer Art French Dressing. Irish Stew, Krautspätzle, Krautstrudel, Szegediner Gulasch und Borschtsch sind berühmte Weißkraut Gerichte.
Lassen Sie es sich keinesfalls entgehen, einmal selbst Sauerkraut zu machen. Das geht auch in kleinen Mengen und zurzeit ist das Kraut und die Temperatur perfekt zum milchsauer vergären. Eine ganz besondere Art von „Sauerkraut“ ist Kimchi. Das Rezept dazu finden Sie hier:
Benecke, M. (2019). Die heilende Wirkung des Sauerkrauts: Eine kulturhistorische und medizinische Betrachtung. München: Natur und Heilen Verlag.
Dioskurides, P. (2000). De Materia Medica. Übersetzt und kommentiert von Robert T. Gunther. London: Oxford University Press. (Originalarbeit ca. 70 n. Chr.)
Kneipp, S. (1890). Meine Wasserkur: Kurze Darstellung meines Heilverfahrens und der dahin gehörigen naturgemäßen Heilmittel. Wörishofen: Verlag von Otto Nemnich.
Krautheimer, A. (1956). Sauerkraut und Volksmedizin: Historische und medizinische Aspekte. Stuttgart: Thieme Verlag.
Messegue, M. (1972). Gesundheit aus der Apotheke Gottes. Hamburg: Hoffmann und Campe.
Schilcher, H. (1999). Lehrbuch der Phytotherapie: Geschichte und Anwendung pflanzlicher Arzneimittel. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.
Storl, W. D. (2011). Mythos Heilkraut: Vom Wissen der Völker und modernen Erkenntnissen über die Heilkraft der Pflanzen. Aarau: AT Verlag.
Winkelmann, M. (1953). Der Typhusausbruch in Stuttgart 1952/53: Untersuchungen zur Rolle des Sauerkrauts. Hygienische Rundschau, 26(3), 45-52.
Zittlau, J. (2017). Superfood Kohl: Die gesundheitsfördernden Wirkungen von Kohlgemüse. München: Kösel-Verlag.
Übersichtsartikel über die gesundheitlichen Vorteile und den therapeutischen Einsatz von Weisskraut:
Pfannkuchen, bekannt als „Jeon“ (전), sind ein vielseitiges und köstliches Gericht, das in der koreanischen Küche tief verwurzelt ist. Sie werden oft zu besonderen Anlässen wie dem koreanischen Erntedankfest (Chuseok) und dem Mondneujahr (Seollal) serviert. Sie symbolisieren Wohlstand und Glück und werden gerne in geselliger Runde genossen.
Rezept: Koreanische Pfannkuchen mit Gemüse (Yachaejeon)
Zutaten:
ca. 150 g Mehl
etwas kaltes Wasser
1 Ei
1 kleine Zucchini, in feine Streifen geschnitten
1 grosse Karotte, in feine Streifen geschnitten
100 g frische Shiitake-Pilze, in Scheiben geschnitten
2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
1 rote Paprika, in feine Streifen geschnitten
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
Gochugaru (koreanische Chiliflocken)
Sesam
geröstetes Erdnussöl zum Backen
Salz und Pfeffer nach Geschmack
Sojasauce
Zubereitung:
Gemüse vorbereiten: Alle Gemüsezutaten mit den Gewürzen, dem Ei und Mehl vermischen. Ev. etwas Wasser hinzugeben, sodass das Gemüse klebrig ummantelt ist.
Pfannkuchen backen: Etwas Erdnussöl in einer Pfanne erhitzen. Eine Schöpfkelle mit Gemüsepfannkuchenteig hineingeben und flach streichen. Bei mittlerer Hitze die Pfannkuchen von beiden Seiten goldbraun braten, etwa 3–4 Minuten pro Seite.
Servieren: Die Pfannkuchen in mundgerechte Stücke schneiden und heiß mit Sojasauce servieren.
Varianten: Verwenden Sie Gemüse der Saison, variieren Sie nach Lust und Laune mit Süßkartoffeln, Hokkaidokürbis, Brokkoli, Spitzkohl, Chinakohl, Champignons, Sellerie, grünen Erbsen, … Auch Kimchi – also fermentiertes Gemüse – passt hervorragend in die Pfannkuchen. Kurkuma und Bockshornklee geben eine besondere Note. Ebenso wie frische Chilischoten anstatt Gochugaru. Gochugaru kommt übrigens Pul Biber recht nahe, die Chiliflocken, die Sie in türkischen Lebensmittelläden bekommen.
Kulturhistorischer Hintergrund:
Jeon gibt es in vielen Varianten, von Kimchi-Jeon bis hin zu Meeresfrüchte-Jeon. Diese Pfannkuchen sind eng mit der traditionellen koreanischen Küche verbunden und wurden ursprünglich als Opfergaben in Ritualen verwendet. Sie sind bis heute ein wichtiger Bestandteil koreanischer Feierlichkeiten und symbolisieren Gastfreundschaft und Zusammengehörigkeit.
Gemüsepfannkuchen als Brainfood:
Gemüse: Die Zucchini, Karotten, Shiitake-Pilze, Frühlingszwiebeln und Paprika sind reich an Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien. Diese helfen, die kognitiven Funktionen zu unterstützen, das Gedächtnis zu verbessern und das Gehirn vor oxidativem Stress zu schützen.
Gochugaru: Die Chiliflocken enthalten Capsaicin, das die Durchblutung anregt und die Freisetzung von Endorphinen fördert, was die Stimmung verbessern kann.
Sesam: Reich an ungesättigten Fettsäuren und Vitamin E, unterstützt Sesam die Gesundheit der Nervenzellen und verbessert die Gehirnfunktion.
Geröstetes Erdnussöl: Dieses Öl enthält gesunde Fette, die essenziell für die Hirngesundheit sind, da sie die Struktur und Funktion der Zellmembranen unterstützen.
Dieses Rezept ist nicht nur ein Genuss für den Gaumen, sondern auch eine nährstoffreiche Unterstützung fürs Gehirn und passt perfekt in eine ausgewogene Ernährung, die das geistige Wohlbefinden fördert.
„맛있게 드세요“ – was sich übersetzen lässt mit „Essen Sie lecker!“
Wasserkefir ist ein spritziges Erfrischungsgetränk ohne künstliche Aromen und Zusatzstoffe. Die Kefirkulturen (Japankristalle) sehen wie schimmernde kleine Bergkristalle aus und bestehen aus Hefen und Milchsäurebakterien. Diese sorgen für die natürliche Fermentation und Veredelung der Grundstoffe. Das süß bis herbe prickelnde Getränk erinnert an Federweißen oder Holundersekt. In der Natur findet man Kefirkristalle auf Opuntien, auf deren Oberfläche sie in einer Zuckerlösung gedeihen.
Dem Wasserkefir werden vielerlei heilende Wirkungen zugesprochen. Studien dazu sind rar und auch schwierig durchzuführen, denn es handelt sich nicht um eine standardisierbare Substanz – sondern um pures Leben: vielfältig und wandelbar. Fest steht, dass Wasserkefir ein Probiotikum ist und deren segensreiche Wirkung ist vielfach untersucht und bestätigt worden.
Heilwirkungen, für die der Wasserkefir bekannt ist, beruhen also auf Erfahrungsberichten:
Aufbau einer gesunden Darmflora (z.B. nach Antibiotika Einnahme)
Hautkrankheiten (innerlich und äußerlich), Akne, Rosaceae, Psoriasis
Allergien
Reizdarmsyndrom
Migräne
Chronische Müdigkeit
Depressionen
ADHS
und viele weitere Krankheiten, die mit der Darmgesundheit zusammenhängen
Wasserkefir können Sie nicht im Laden kaufen. Aber Sie können ihn ganz leicht selbst herstellen.
Für den Ansatz wird Zucker und eine Stickstoffquelle benötigt. Der Zucker wird während der Fermentation vergoren und zu variablen Anteilen von Milchsäure und Alkohol abgebaut. Der Alkoholgehalt kann je nach Ansatzdauer 0,2 bis 2 % betragen. Bei eher kurzer Ansatzdauer verbleibt zudem ein Restzuckergehalt im Getränk, der beispielsweise von Diabetikern beachtet werden muss.
Die Kefirkristalle vermehren sich unter optimalen Bedingungen beachtlich und können sich binnen eines Ansatzes gut verdoppeln. Dazu benötigen sie das Calcium aus hartem Wasser oder ein wenig getrocknete pulverisierte Eierschale. Die Kristalle werden kaum den Durchmesser von 1 Zentimeter erreichen. Vorher werden sie vom Kohlendioxid, das in ihrem Innern bei der Gärung entsteht, gesprengt. Diese Bruchstücke wachsen und vermehren sich dann auf dieselbe Weise weiter.
Zitrone hemmt einerseits Schimmelpilze, und dient andererseits dem Geschmack. Wenn Sie Bitter Lemon mögen, verwenden Sie die Schale mit den Bitterstoffen mit. Ansonsten kann man auch frisch gepressten Zitronensaft verwenden.
Gelegentlich finden Sie im Handel – sündteures – Wasserkefirferment. Dieses ist jedoch weit kurzlebiger als die echte Kefirkultur und ist nach einigen Ansätzen verbraucht. Verwenden Sie also unbedingt eine lebende Kultur, freuen Sie sich am üppigen Wachstum und geben Sie Ihre Schätze weiter an Freunde und Bekannte.
Zubereitung von Wasserkefir:
Sie brauchen ein großes Schraubglas oder eine Glaskaraffe, die Sie mit Frischhaltefolie und einem Gummiring verschließen können. Beides muss eine weite Öffnung haben, damit sie gut gereinigt werden können.
Verwenden Sie keine Küchenutensilien aus Metall, da diese der Kefirkultur schaden könnten!
Verrühren Sie einen Liter Wasser (am besten lauwarm) mit 80 g Rohrohrzucker. Weißer Zucker ist wegen der fehlenden Mineralstoffe nicht gut geeignet. Sie können auch einen kleinen Teil Vollzucker (getrockneter Zuckerrübensaft) oder Kokosblütenzucker verwenden. Erythriol oder Birkenzucker sowie Süßstoffe sind hingegen nicht geeignet. Ihre Kefirkultur würde schlichtweg verhungern. Auch Honig ist nicht empfehlenswert, da er durch seine keimtötende Wirkung der Kultur schaden würde. Von Zeit zu Zeit ein Schluck Ahornsirup oder Melasse zusätzlich zum Ansatz hingegen, belebt die Lebensgeister der Kefirkristalle.
Statt Wasser können Sie auch alle Sorten von Früchte-, Kräuter- oder Grün- und Schwarztee verwenden. Auch Säfte können Sie mit Kefirkristallen veredeln. Diese können Sie zur Hälfte mit dem Wasser-/Zuckergemisch verdünnen. Geeignet sind nicht nur pure Fruchtsäfte, sondern auch zuckerreiche Gemüsesäfte wie Karottensaft oder Rote Beete Saft.
Geben Sie ein paar Scheiben Zitrone hinzu oder wenn Sie den Bittergeschmack nicht so mögen, etwas Zitronensaft. Auch andere Zitrusfrüchte sind bestens geeignet, solange sie nur unbehandelt sind. Die Zugabe von Zitrone ist für den Fermentationsprozess aber nicht notwendig. Auch Gewürze wie frische Ingwerscheiben oder Vanillestangen machen sich gut in Kefir.
Ebenso entbehrlich sind die Trockenfrüchte, auf die Kefirfans schwören. Als Geschmackskomponente machen sich jedoch (unbehandelte!) Feigen, Aprikosen, Gojibeeren, Rosinen, Cranberrys, … hervorragend. Abwechslungsweise können Sie auch frische Früchte verwenden: Apfelschnitze, Granatapfel oder sonnengereifte Beeren.
Auch auf frische Kräuter wie Zitronenmelisse, Indianernessel, Basilikum, Ananasminze, Zitronenverbene können Sie zurückgreifen, um neue Geschmacksvariationen zu komponieren. Schwelgen Sie in Ihrem Kräutergarten und lassen Sie sich inspirieren. Sehr gut machen sich auch Holunderblüten, duftende Rosenblüten oder Ingwer in der Ansatzflüssigkeit.
Geben Sie zu der fertigen Zuckerlösung nun ca. drei bis sechs gehäufte EL Kefirkristalle. Verschließen Sie Ihr Gefäß und stellen Sie es bei ca. 20 bis 25° an einen warmen Ort. Der Ansatz sollte alsbald ein bis zwei Tage stürmisch gären. Danach sind so viele Bakterien im Getränk, dass Sie die Kristalle absieben und für einen neuen Ansatz verwenden können. Sie können den Kefir nun gut kühlen und gleich trinken oder auch für ein bis zwei Wochen im Kühlschrank aufbewahren. Wenn Sie den Restzuckergehalt noch weiter verringern wollen, lassen Sie den Wasserkefir für weitere ein bis drei Tage in Flaschen abgefüllt reifen. Die Süße wird mehr und mehr verschwinden und der Alkoholgehalt steigt.
Die überzähligen Kefirkristalle können Sie weitergeben oder auch in Smoothies oder Proteinshakes mixen. Auch vorsichtiges Trocknen ist möglich.
Trotz der Bedenken, dass ein geringer Restzuckergehalt verbleibt sowie ein variabler Anteil an Alkohol wird der Wasserkefir in der Volksheilkunde schon seit langer Zeit verwendet. Gönnen Sie sich jedenfalls den Spass, den die Zubereitung mit sich bringt, und bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil.
Ursprünglich war die Quiche ein einfaches Gericht der ländlichen Küche, das oft von Bauern und Hirten zubereitet wurde. Es bestand aus einem einfachen Mürbeteig, der mit einer Mischung aus Eiern und Milch oder Sahne gefüllt und dann gebacken wurde. Die Füllung variierte je nach saisonaler Verfügbarkeit und lokalen Zutaten, oft wurden Reste vom Vortag verwendet.
Die Verwendung von Wildkräutern in der Küche hat eine lange Geschichte. Kräuter wie Brennnessel, Giersch, Löwenzahn und Sauerampfer wurden nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Heilpflanzen geschätzt.
Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit spielten Wildkräuter eine wichtige Rolle in der Ernährung, insbesondere in Zeiten, in denen andere Nahrungsmittel knapp waren. Die Menschen sammelten eine Vielzahl von Wildkräutern, um Suppen, Eintöpfe, Salate und andere Gerichte zuzubereiten. Diese Kräuter waren nicht nur nahrhaft, sondern wurden auch für ihre heilenden Eigenschaften geschätzt.
Während der Industrialisierung und der zunehmenden Urbanisierung gerieten viele traditionelle Nahrungsmittel und Kochtechniken in Vergessenheit, und auch die Verwendung von Wildkräutern nahm ab. In den letzten Jahrzehnten hat jedoch ein Wiedererstarken des Interesses an traditioneller Küche und lokalen Lebensmitteln dazu geführt, dass Wildkräuter wieder vermehrt in die Küche zurückkehren.
Heutzutage erleben Wildkräuter eine regelrechte Renaissance in der Küche. Köche und Hobbyköche entdecken die Vielfalt und den Geschmack von Wildkräutern neu und verwenden sie in einer Vielzahl von Gerichten, von Salaten über Suppen bis hin zu Hauptgerichten und Desserts. Darüber hinaus werden Wildkräuter aufgrund ihrer gesundheitlichen Vorteile und ihres ökologischen Anbaus immer beliebter.
In der modernen Wildkräuterküche wird oft auf traditionelle Zubereitungsmethoden zurückgegriffen, aber auch neue und kreative Rezepte entstehen, die die Aromen und Texturen der Kräuter auf innovative Weise nutzen. Die Verwendung von Wildkräutern in der Küche ist nicht nur eine Möglichkeit, lokale Ressourcen zu nutzen und die Umwelt zu schonen, sondern auch eine Möglichkeit, die Vielfalt und den Reichtum der Natur in unserer Ernährung zu genießen.
Hier ein modernes Rezept mit einem vielseitigen Topfenteig als Alternative zum klassischen Mürbteig. Die Quiche schmeckt warm genauso gut wie kalt.
Topfenteig
125 g Topfen
1 kleines Ei
125 g glattes Mehl
Salz
3 EL Olivenöl
Fülle
1 Becher Sauerrahm
3 Eier
Salz, Pfeffer, ev. eine Prise Muskatnuss
gewaschene grob geschnittene Wildkräuter wie:
Brennessel
Giersch
Gundermann
Sauerampfer
Bärlauch
Schafgarbe
Günsel
Löwenzahnblüten
Gänseblümchen…
Alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten und im Kühlschrank 30 Minuten ruhen lassen. Dann auf bemehlter Arbeitsfläche ausrollen und eine Quicheform damit auslegen. Im Backofen bei ca. 165° 10 Minuten vorbacken. Währenddessen die Zutaten der Fülle verrühren. Einfüllen, glattstreichen und fertig backen.
Ausgewählte Kräuter fürs Gehirn:
Giersch: Enthält Vitamin C, das die Gehirnfunktion unterstützt und als Antioxidans wirkt, um oxidative Schäden zu bekämpfen. Es kann auch die Kollagenproduktion fördern, was wichtig für die Gesundheit des Gehirns ist.
Brennnessel: Reich an Eisen, das die Sauerstoffversorgung des Gehirns verbessert und Müdigkeit reduziert. Außerdem enthält es Vitamin K, das für die Gesundheit der Nerven wichtig ist.
Gundermann: Enthält Flavonoide, die antioxidative Eigenschaften haben und helfen können, Entzündungen im Gehirn zu reduzieren. Es wird auch angenommen, dass Gundermann die Durchblutung verbessern kann, was die Gehirnfunktion unterstützt.
Sauerampfer: Enthält Vitamin A und Vitamin C, die beide wichtige Antioxidantien sind und helfen können, das Gehirn vor Schäden durch freie Radikale zu schützen. Sauerampfer ist auch reich an Kalium, das für die elektrische Leitfähigkeit im Gehirn wichtig ist.
Bärlauch: Bärlauch ist reich an schwefelhaltigen Verbindungen, die die Durchblutung fördern und somit die Sauerstoffversorgung des Gehirns verbessern können. Darüber hinaus enthält Bärlauch auch Antioxidantien wie Vitamin C und Vitamin E, die helfen können, das Gehirn vor oxidativem Stress zu schützen.
Die Wildkräuter-Quiche ist nicht nur köstlich, sondern auch reich an Nährstoffen, die die Gehirnfunktion unterstützen können.
Weitere Brainfood Rezepte aus aller Welt finden Sie hier.
Die Legende besagt, dass der Arzt und Ernährungsreformer Max Bircher-Benner und seine Frau in den Schweizer Alpen unterwegs waren, als sie unterwegs hungrig wurden. Bei der Einkehr in einer Sennerei erhielten sie jedoch nicht Milch, Butterbrot und Käse, sondern eine „recht seltsame Speise“ aus Getreideschrot, Milch, Früchten und Nüssen. Dies soll ihn zu seiner „Apfeldiätspeise“ inspiriert haben, die unter dem Namen Bircher Müsli bekannt wurde.
Das ursprüngliche Bircher Müsli bestand aus Haferflocken, Äpfeln, Nüssen, Zitronensaft und – pfui Teufel – gezuckerter Kondensmilch. Erlauben Sie mir diese ganz und gar nicht gehirngerechte Zutat umgehend zu ersetzen durch Joghurt, Topfen oder Sahne. Pflanzliche Alternativen sind geschmacklich durchaus möglich, allerdings auf Kosten der Proteine.
Hier ein (nahezu) originales Bircher Müsli Rezept:
Weichen Sie 3 Esslöffel Haferflocken über Nacht in gut der doppelten Menge Wasser ein. Geben Sie am nächsten Morgen zum Haferbrei einen süßen geriebenen Apfel mit etwas Zitronensaft sowie 3 Esslöffel des gewünschten Milchproduktes. Bestreuen Sie das Müsli mit gehackten Haselnüssen oder Walnüssen.
Variieren Sie die Mengen ganz nach Geschmack. Versuchen Sie sich auch an anderen Getreideflocken wie Dinkel, Hirse oder Gerste, am besten frisch gequetscht. Verfeinern Sie mit Leinsamen oder Chiasamen. Köstlich sind auch gekeimte Weizenkörner. Dazu weicht man Weizenkörner über Nacht ein, gießt das Einweichwasser ab und wäscht die Körner in einem Sieb unter fließendem Wasser. Den Weizen etwa 5 Millimeter hoch in einen tiefen Teller geben und abdecken. Bei Zimmertemperatur stehen lassen und einmal täglich spülen. Nach zwei bis drei Tagen zeigen sich kurze Keime.
Wählen Sie Obst und Beeren der Saison und verfeinern Sie mit Gewürzen wie Zimt, Nelken, Kardamom, Koriander. Verwenden Sie nicht nur den Saft der Zitrone (oder einer Orange), sondern auch die Schale, die man entweder abreiben oder mit dem Zestenreißer gewinnen kann.
Die gesundheitlichen Komponenten:
Haferflocken geben durch die komplexen Kohlenhydrate langanhaltend Energie. Außerdem enthalten sie wertvolle Nährstoffe wie ungesättigte Fettsäuren, Beta-Glucane, B-Vitamine für geistige Klarheit, Mineralstoffe und Ballaststoffe.
„An apple a day keeps the doctor away“ ist ein altbekannter Spruch. Vielleicht hat sich Max Bircher-Benner davon inspirieren lassen, als er das Rezept rund um den Apfel aufgebaut hat. Äpfel sind reich an Kalium und Vitamin C. Außerdem enthalten sie Calcium, Magnesium und viele wertvolle Ballaststoffe, besonders, wenn man wie im Original das Kernhaus mitverwendet. Das stabilisiert den Blutzuckerspiegel. Antioxidantien wirken gegen freie Radikale und fördern die Gehirnfunktion.
Haselnüsse tragen dazu bei, den Tagesbedarf an mehreren Vitaminen und Mineralstoffen zu decken. Sie sind reich an Vitamin E, Vitamin B, Vitamin K, Eisen, Potassium und Magnesium – um nur einige Inhaltsstoffe zu nennen und fördern damit Gedächtnis und Gehirnfunktion. Mandeln enthalten gesundes Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate. Zudem liefern sie Kupfer und Zink.
Zitronensaft liefert Phosphor und Pektin. Und natürlich Vitamin C. Ist sauer und soll damit ja angeblich lustig machen.
Besonders Joghurt ist eine gute Quelle für Proteine und Probiotika, die die Darm-Gehirn-Verbindung unterstützen und die Stimmung beeinflussen können.
Beim Frühstück hat man ob der vielen Angebote die Qual der Wahl. Wer Alternativen sucht zum klassischen Wiener Frühstück mit Melange, Semmerl und Marillenmarmelade und auch mit der britischen Variante mit Speck und Eiern nicht glücklich ist, dem sei ein Versuch mit einem selbstgemachten (!) Bircher Müsli ans Herz gelegt. Und ich weiß, dass Sie das nicht verwechseln mit den gezuckerten Kalorienbomben in Form von Fertigmüslis aus dem Supermarkt…
Olivenöl ist nicht nur schmackhafter Bestandteil der mediterranen Küche. Es hat auch eine lange Tradition in der Heilkunde und Schönheitspflege.
Im alten Griechenland war der Ölbaum heilig, das Öl seiner Früchte wurde als flüssiges Gold gepriesen. Welch Wunder – der Ölbaum ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Erde.
Die wesentliche gesundheitliche Komponente des Olivenöls ist mit einem Anteil von 75 bis 80 Prozent die einfach ungesättigte Ölsäure. Sie senkt die Cholesterinsynthese in der Leber, und zwar gezielt das LDL (Low Density Lipoprotein). Das HDL (High Density Lipoprotein) wird nicht beeinflusst, wodurch sich der Quotient LDL/HDL verbessert.
Squalen und Phytosterine sorgen für die antikarzinogene Wirkung des Olivenöls. Der hohe Vitamin E Gehalt schützt vor Oxidationsprozessen. Phenole wirken antiinflammatorisch. Diese und andere sekundäre Pflanzenwirkstoffe sind so reichlich jedoch nur in nativem, kaltgepresstem Olivenöl vorhanden, nicht in raffiniertem. Bevorzugen Sie jedenfalls Öle aus ökologischem Anbau, wenn Sie keine Extraportion an fettlöslichen Pestiziden zu sich nehmen wollen. Die besten Öle tragen die Bezeichnung „nativ extra“.
Wann immer Sie auf Reisen in mediterranen Ländern sind, nutzen Sie die Gelegenheit direkt beim Hersteller einzukaufen. Bevorzugen Sie beim Einkauf Fachgeschäfte und Naturkostläden, die oft ihre Lieferanten kennen und bei denen Sie die verschiedenen Öle auch verkosten können. Einige Hersteller verschicken auch. Leider gibt es inzwischen etliche schwarze Schafe, die bezüglich der Herkunft und der Güte des Olivenöls tricksen. Insbesondere seit die Trockenheit in Südeuropa die Ernte empfindlich schrumpfen und die Preise explodieren ließ.
In den antiken Kulturen kam übrigens ein erheblicher Teil des Olivenöls nicht auf den Teller, sondern auf die Haut: als Dusch- und Massageöl. Ein Segen bei den ausgedehnten römischen Badeorgien.
Bald begnügte man sich nicht mehr mit purem Olivenöl, sondern versetzte es mit heilkräftigen Kräutern und duftenden Blüten. Durch das Aufkochen von Olivenöl mit Wasser und Asche entstanden dann auch die ersten (noch flüssigen) Seifen. Hier ein paar Inspirationen für die Schönheitspflege:
Schönheitspflege mit Olivenöl
Apfel-Hafer-Gesichtsmaske
Reiben Sie einen halben Apfel fein und rühren Sie einen TL Olivenöl, einen TL Bienenhonig und 2 TL Hafermark dazu. Maske auftragen und 15 Minuten einwirken lassen. Danach mit lauwarmem Wasser sanft abwaschen. Erfrischt, glättet, nährt.
Heilerde Olivenölmaske
Verrühren Sie einen EL Olivenöl mit einem EL feiner Heilerde. Lassen Sie die klärende Maske 15 Minuten einwirken und waschen Sie sie dann mit kreisenden Bewegungen mit lauwarmem Wasser ab. Das hat zusätzlichen Peelingeffekt und macht die Haut zart und weich.
Zitronenöl für beanspruchte Haut
Mischen Sie einen EL Olivenöl mit einem EL Zitronensaft. Ein paar Tropfen Zitronenöl duften frisch und verstärken die beruhigende Wirkung. Gut schütteln und auf raue, trockene Hände oder spröde Füße auftragen.
Heilkräftige Kräuterzubereitungen mit Olivenöl
Johanniskrautöl
Geben Sie auf einen Liter Olivenöl drei Handvoll frisches, grob geschnittenes Johanniskraut. Lassen Sie die Mischung zwei Wochen an der Sonne stehen. Wenn die Kräuter auf den Boden gesunken sind, können Sie noch einmal dieselbe Menge Kräuter zugeben. Wenn das Öl dunkelrot geworden ist, kann man es durch ein feines Sieb abseihen und in Flaschen abfüllen. Dunkel und kühl aufbewahren.
Auf dieselbe Weise lassen sich auch andere Blüten und heilkräftige Kräuter zu Einreibungen oder Badezusätzen verarbeiten: Königskerzenblüten, Rosenblüten, Ringelblumen, Kamille, Lilienblüten, Lavendel, Rosmarinzweige oder Thymiankraut.
Efeuöl bei Zellulitis
Übergießen Sie eine Handvoll frische Efeublätter mit 200 ml Olivenöl und lassen Sie die Mischung zwei Wochen lang an einem warmen, sonnigen Platz stehen. Filtern Sie dann ab und geben Sie ein paar Tropfen Rosmarinöl und etwas mehr Orangenöl dazu. Verwenden Sie zum Duschen einen groben Waschhandschuh, der die Durchblutung anregt. Danach die Problemzonen einmassieren.
Sizilianischer Hustensaft
Ein altes Hausmittel aus dem Süden Italiens: Geben Sie einen Teil Olivenöl und einen Teil Zitronensaft in ein Schraubglas und schütteln Sie kräftig durch. Noch besser ist es, wenn Sie nicht nur den Zitronensaft verwenden, sondern die komplette gewaschene, unbehandelte Biozitrone in einen Mixer geben und zu Brei verarbeiten. Immer wieder ein Löffelchen davon stillt den Hustenreiz und besänftigt Halsweh.
Kulinarisches rund ums Olivenöl
Olivenöl ist die Seele der mediterranen Küche. Medizin, Lebensfreude und Kochkunst gehen hier eine köstliche Symbiose ein. Hier ein paar Rezepte zur Inspiration:
Epityrum – römische Olivenpaste
Zutaten:
1 Tasse grüne Oliven
1 Tasse schwarze Oliven
je 1 TL Fenchel, Koriander und Kreuzkümmel
fein gehackte frische Minze
1 TL Balsamico
1 EL Olivenöl nativ extra
Zubereitung:
Entkernen Sie die Oliven und verarbeiten Sie sie im Mixer mit den Gewürzen, Essig und Öl zu einer feinen Paste. In ein Steinguttöpfchen füllen und mit frischer Minze bestreuen.
Das Rezept stammt aus dem „De condituris“ von Apicious, einem uralten Saucenkochbuch. Die Olivenpaste wurde dazumal zu Käse gereicht. Auch heute ist sie der Auftakt zu einem Gastmahl – etwa auf Bruschetta oder Ciabatta.
Zu Pasta passt die Olivenpaste ebenso hervorragend: Mit etwas frisch gehacktem Knoblauch in Olivenöl angeröstet und einem Schwung Petersilie statt Minze.
Aioli – Knoblauchmayonnaise mit Olivenöl
Zutaten:
2 Knoblauchzehen
1 Ei (oder Aqua faba wenns Sie es vegetarisch bevorzugen)
Salz
Zitronensaft
1/4 Liter Olivenöl (mild oder fruchtig)
Zubereitung:
Geben Sie alle Zutaten in einen schmalen, hohen Mixbecher. Stellen Sie den Mixstab auf den Boden des Gefäßes. Starten Sie den Mixvorgang und ziehen Sie währenddessen den Mixstab ganz langsam nach oben.
Gegrillter Gemüse Salat
Zutaten:
1 Aubergine
1 rote, 1 gelbe, 1 grüne Paprika
1-2 kleine Zucchini
5 kleine, sonnenreife Salattomaten
1 Knoblauchzehe
frisch gepresster Zitronensaft
100 ml fruchtiges, junges Olivenöl
Meersalz
Pfeffer aus der Mühle
Zubereitung:
Das Gemüse waschen und putzen, in grobe Stücke oder Scheiben schneiden. Mit etwas Olivenöl bepinseln. Am besten auf Holz oder Holzkohle im Garten grillen. Sonst im Backofen grillen oder auch in der heißen Eisenpfanne scharf anbraten. Das Gemüse nun in mundgerechte Stücke schneiden und mit Knoblauch, Zitronensaft und dem restlichen Olivenöl marinieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
1 EL Lavendelblüten (am besten frisch, aber auch getrocknet möglich)
junges Olivenöl
Balsamico
Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer
Zubereitung:
Schneiden Sie die Brotscheiben in Würfel und rösten Sie sie in einer Pfanne knusprig. Marinieren Sie den gemischten Blattsalat mit Salz, Pfeffer, Lavendelblüten, Olivenöl und Balsamico und garnieren Sie mit den gerösteten Brotwürfelchen.
Wenn ich an Olivenöl denke, weiß ich gar nicht, welches Rezept ich zuerst wählen sollte: eine spanische Paella, eine französische Ratatouille, ein kühles sommerliches Gazpacho oder auch etwas Süßes wie ein Olivenöl Biskuit oder Eiscreme mit Olivenöl.
Sie sehen schon, ich komme ins Schwärmen. Kochen ist für mich die schönste Form, Medizin zuzubereiten. Und selbst an den stressigsten Tagen freue ich mich auf die meditativen Mußezeiten in der Küche, die Genuss mit allen Sinnen, schon lange bevor die Mahlzeit auf dem Tisch steht, versprechen. Denn Kochen kann ebenso heilsam sein wie Essen.
Are Waerland wurde 1876 in Finnland geboren. Als Kind litt er unter Kopfschmerzen, schlechtem Gedächtnis, chronischen Magenproblemen und Verstopfung. Ein Studium der Philosophie brach er wegen seiner schlechten Gesundheit ab. Bei Medizinstudien in London versuchte er nicht zuletzt eine Therapie für seine eigenen Beschwerden zu finden. Er empfand Abhärtung wie kalt duschen und bei offenem Fenster schlafen als hilfreich. Inspiriert von Alexander Haig und Berichten über die angeblich gesunde Ernährungsweise der Hunza stellte Waerland seine Ernährung um und wurde (Lacto-)Vegetarier. Seine Symptome verschwanden, was er vor allem auf die Rohkost zurückführte.
Waerland stellte die Theorie auf, dass viele Krankheiten eine Folge „nicht artgemäßer Lebensgewohnheiten“ und vor allem falscher Ernährung seien. Diese führe zur Übersäuerung des Körpers und zur Besiedelung des Dickdarms mit Fäulnisbakterien, die für viele Krankheiten verantwortlich seien.
Ob nun die Empfehlungen von Waerland ein Allheilmittel sind, sei dahingestellt. Sein Basentrunk ist jedenfalls ein mineralstoffreiches wohltuendes Getränk, nicht nur für kalte Tage.
Hier das Rezept:
Traditionelles Suppengemüse nach Wahl:
Karotten
gelbe Rüben
Sellerie
Wurzelpetersilie
Pastinaken
Zwiebel
Lauch
Das Gemüse waschen, putzen und in grobe Stücke schneiden. In einem großen Suppentopf mit Wasser zum Kochen bringen und 15 Minuten sprudelnd kochen lassen. Dann einige Stunden ziehen lassen. Mein Basentrunk steht die ganze kalte Jahreszeit über auf dem Holzherd in einem gusseisernen Potjie und brodelt sanft vor sich hin.
Ich gebe dem Kochwasser noch eine Messerspitze Natron hinzu, um die wertvollen Inhaltsstoffe noch besser aus dem Gemüse zu lösen und die basische Wirkung zu erhöhen.
Geschmackszutaten wie Liebstöckel, Lorbeerblatt oder Muskatnuss können mitgekocht werden. Chillischoten oder Ingwerscheiben durchwärmen herrlich von innen her.
Sie können das Gemüse absieben und den Basentrunk abgefüllt in Glasflaschen einige Tage im Kühlschrank aufbewahren. Trinken Sie jeweils eine große Tasse morgens, mittags und abends etwa 30 Minuten vor den Mahlzeiten. Im Sommer eher lauwarm, im Winter gerne heiß – mit Schnittlauchröllchen oder gehackter Petersilie bestreut.
Salz brauchen Sie wegen des hohen Mineralstoffgehalts kaum. Wenn Sie möchten, geben Sie eine Prise unraffiniertes Meersalz oder Kristallsalz dazu.